Keramik-Lexikon
Ein kurzes Nachschlagewerk für Begriffe, die in unseren Produkttexten und im Journal immer wieder auftauchen – Material, Handwerk und die japanischen Konzepte hinter Kazumi.
Material & Handwerk
Steinzeug
Dichtes, bei 1200-1300 °C gebranntes Tongut. Nicht lichtdurchlässig, stoßfest, wärmespeichernd. Material unserer klassischen Becherlinie.
Porzellan
Bei über 1300 °C gebranntes, kaolinreiches Material. Heller Scherben, bei dünner Wandstärke lichtdurchlässig, sehr dicht. Material der kommenden zweiten Kazumi-Studio-Zusammenarbeit.
Schlicker
Flüssiger, verdünnter Ton. Wird zum Gießen in Formen oder als dünner, gebürsteter Farbauftrag verwendet – zum Beispiel bei der "Sandstone"-Oberfläche unserer Studio Line.
Glasur
Eine im Brand aufschmelzende Glasschicht, die Gefäße dicht und lebensmittelecht macht und Farbe/Oberfläche bestimmt.
Reaktivglasur
Glasur, die im Ofen abhängig von Temperatur, Sauerstoff und Position unterschiedlich verläuft. Deshalb sieht keine Tasse exakt wie die andere aus. Mehr dazu im Journal-Artikel zu Reaktivglasur.
Handgedreht vs. Guss
Handgedrehte Stücke entstehen einzeln auf der Töpferscheibe – jedes ist ein Unikat in Wandstärke und Form. Gegossene Stücke nutzen eine Form aus flüssigem Schlicker und sind untereinander weitgehend identisch. Unsere Studio-Line-Kollektion ist ausschließlich handgedreht.
Japanische Konzepte
Wabi-Sabi
Die Wertschätzung des Unvollkommenen, Rauen und Vergänglichen. Der zentrale ästhetische Gedanke hinter Kazumi.
Kanso
Einfachheit durch das Weglassen von Unnötigem – sichtbar in reduzierten Formen ohne überflüssiges Dekor.
Shibui
Zurückhaltende, unaufdringliche Eleganz. Schönheit, die sich erst bei genauerem Hinsehen zeigt.
Ma
Der bewusste Zwischenraum oder die Pause – zwischen Objekten, aber auch im Alltag als Ritualmoment.
Kintsugi
Die Kunst, zerbrochene Keramik mit goldbestäubtem Lack zu reparieren, statt den Bruch zu verstecken – die Reparatur wird sichtbarer Teil der Geschichte des Objekts.